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Geboren am 8. Dezember 1868 in Thüringen, Villa Falkenhorst - gestorben am 9. Februar 1952 in der Villa Tuoro auf Capri.



Ich bin mir dessen bewusst, dass für einen Schrift-steller der 1868 in Vorarlberg geboren wurde und vor über fünfzig Jahren auf Capri starb, nur noch wenig Interesse vorhanden sein wird. Möglicherweise ein paar Personen, die, wie ich auch, direkt oder indirekt, geographisch oder literarisch einen Bezug zu ihm oder seiner Familie haben.

Im Alter von fünf Jahren bestieg ich 1956 zusammen mit meinem Vater zum ersten Mal die Schesaplana. Auf dem Weg dorthin, am Lünersee, legten wir bei der Douglasshütte eine Rast ein. Ich erinnere mich noch, dass mir der Name fremd schien und mein Vater darüber nur wenig zu berichten wusste. Mehr über den Namen Douglass (Norman Douglas schrieb seinen Familiennamen ab ca. 1908 nur noch mit einem "s") erfuhr ich, als ich nach meinem Militärdienst in Thüringen (Vorarlberg) ein Praktikum für die bevorstehende Gendarmerieschule absolvierte und wieder mit diesem Namen konfrontiert wurde. Der Posten-kommandant, ein belesener und an allem interessierter Mann, zeigte mir damals mit Freude seinen Rayon. Land und Leute lernte ich kennen, von Thüringen bis nach Raggal, abgelegene Höfe auf dem Ludescherberg und den damals noch fast unberührten Thüringerberg mit den alten Weihern. Jenes Gebiet, in dem Norman Douglas hundert  Jahre früher aufwuchs. Er erzählte mir von der Familie Kastner, den damaligen Besitzer der Baumwollspinnerei und ihren Vorgänger, den Douglass von Tilquhillie. Von einem Schriftsteller jedoch hörte ich kein Wort. Dieses Faktum schien damals der einheimischen Bevölkerung nicht, oder kaum bekannt gewesen zu sein. 

Erst 1982, als ich schon viele Jahre in der Schweiz lebte, erhielt ich durch eine Kollegin aus Thüringen das Buch „Wieder im Walgau“, die deutsche Über-setzung von „Together“, welches Norman Douglas 1923 auf Englisch publizierte und in welchem er über seine Kindheitserinnerungen und späteren Aufenthalte im Walgau und in Bludenz berichtete. 

Mein Interesse wurde geweckt: Ich hatte weder in der Schule noch von den Leuten in Thüringen in den 70er Jahren je ein Wort über diesen Schriftsteller vernommen. Fragen drängten sich auf; warum kannte man ihn nicht? War es die Publikation seiner Bücher in englischer Sprache, seine sexuellen Neigungen   oder seine Haltung der Kirche gegenüber, die ihn in seiner Heimat isolierten? International gesehen war er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein allseits anerkannter Schriftsteller. Bücher wie „Old Calabria“, „South Wind“, „Alone“ oder seine persönliche Rückschau in „Looking Back“ begeistern noch heute.

Dies und die wichtige Rolle seiner Familie im 19. Jahrhundert für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg gaben den Ausschlag, eine Zusammenfassung aus englischen Biographien, eigenen Recherchen und  einer Fotodokumentation zu erstellen.   

Eine deutsche Biographie über Norman Douglas ist in Bearbeitung und kann über diese Homepage bestellt werden.




       
 

                                                                                                      


Douglasshütte am Lünersee - am 28. August 1872 von John Sholto Douglass eingeweiht. Nach einem Lawinenniedergang im Winter 1876/77 zerstört und wieder neu aufgebaut. 




Thüringen mit der Baumwollspinnerei- und Weberei der Douglass, um 1883.





Villa Armatin in Bludenz. Ab 1883 Wohnsitz von Vanda Douglass-Jehly und Jakob Jehly. Von Georg Baumeister erbaut und von Jakob Jehly mit Malerei versehen. Die Inneneinrichtung stammte von Jakobs jüngerem Bruder Hans Jehly.




 
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